
Biokybernetische Regeln
Überprüfung der “kybernetischen Reife” anhand der 8 biokybernetischen Grundregeln im Hinblick auf überlebensfähige Systeme. Aufzeigen der Stärken und Schwachstellen.
1. Dominanz negativer Rückkopplungen über positive. "Die Bremsen müssen besser sein, als der Motor eines Systems."
2. Unabhängigkeit der Systemfunktion vom quantitativen Wachstum. "Ist Wachstum zwingend erforderlich um ein System Lebendig zu halten, muss es früher oder später versagen, denn dauerhaftes Wachstum gibt es nicht!"
3. Ausrichtung an der Funktion und nicht am Produkt. "Natürliche Systeme sind fehlertolerant, weil sie die Funktion aufrechterhalten können, auch wenn die Mittel dazu sich verändern. Eine zu starke Fokussierung auf ein Produkt bedeutet nicht nur, dieses sehr kostengünstige und in hoher Qualität zu fertigen, sondern auch von diesem alleinig abhängig zu sein. Wird dieses Produkt nicht mehr benötigt, bricht der Absatz abrupt zusammen!
4. Nutzung vorhandener Kräfte nach dem Jiu-Jitsu-Prinzip. "Nicht gegen- sondern miteinander nach Lösungen suchen!" (Bild: Mit dem Wind segeln).
5. Mehrfachnutzung von Produkten, Funktionen und Organisationen - Synergie.
6. Verwertung von Abfällen einer Prozessstufe für ankoppelbare Prozesse. (Z.B.: Brauerei: Abfallprodukt Lauge = Ausgangsprodukt für eine Wäscherei).
7. Emergenzverhalten. "1 + 1 = 3".
Z.B: Wenn der Finger wüsste, was die Hand kann (H. v. Förster).
8. Nutzung von Feedback-Mechanismen zur Ausbildung eines biologischen Designs von Produkten, Verfahren und Organisationsformen. "Rückwirkungen sind es, die die Natur harmonisieren, also Resonanz in die Systeme bringen. Das gilt auch für uns Menschen im privaten Bereich, "sich der Natur anverwandeln", wie H. Rosa es in dem Buch Resonanz so treffend beschreibt."
Wer dies noch vertiefen möchte - siehe Grundprinzip der Autopoiese von Maturana/Varela aber auch Systemtheorie von N. Luhmann!
Quelle: Detlef Mamrot, Hebewerk, 18.01.2016