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Komplex ist nicht gleich kompliziert
ADAPTION
Statt einfach nur der Entwicklung in ein Gleichgewicht zu folgen, reagieren komplexe Systeme oftmals aktiv auf ihre Umgebung. Im Unterschied zu einer Kugel, die einen Hang bis ins Tal hinunter rollt, reagieren sie eher wie ein Vogel auf wechselnde Winde und Luftströmungen. Diese Adaption passiert auf verschiedenen Ebenen:
> kognitiv und durch psychologische Faktoren,
> sozial, also den Austausch von Informationen über soziale Beziehungen,
> evolutionär, also genetische Variation und natürliche Auslese.
Wenn einzelne Komponenten eines Systems beschädigt werden oder ausfallen, sind komplexe Systeme oft in der Lage durch Adaption darauf zu reagieren und sogar ihre volle Funktionalität wiederzugewinnen, oder sogar zu verbessern. Diese Robustheit gegenüber Defekten oder Störungen ist typisch.
Beispiele:
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Immunsystem, das fortwährend lernt
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Das Leben auf der Erde als Ganzes, das eine Vielzahl von Krisen überdauert hat.
Relevante Konzepte:
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Lernen
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Evolution
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Robustheit, Resilienz
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Diversität
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Kreativität.
Ernüchternde Halbzeitbilanz
Der jährliche SDG (sustainable development goals)-Fortschrittsbericht des UN-Generalsekretärs erschien im Mai 2023 als Sonderausgabe zur „Halbzeit“ der Agenda 2030. Die Auswertung zeichnet ein düsteres Bild: Die Weltgemeinschaft ist demnach weit davon entfernt, ihre selbst gesteckten Ziele im Kampf gegen Armut, Hunger und Ungleichheit zu erreichen. In einem dringlichen Appell ruft UN-Generalsekretär António Guterres daher die Regierungen weltweit auf, ihre Anstrengungen zur Umsetzung der Agenda 2030 umgehend und deutlich zu verstärken.